Gesamtkonferenz zum Thema „Leichte Sprache“

Wieder tagen die Kollegien der vier Schulen im Schullabor „Inklusives Lernen“.
Die Gesamtkonferenz diskutiert das Thema „Sensibilisierung aller Lehrpersonen über die Bedeutung der Sprache – nicht nur für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache“.
Sie findet am 4. Oktober von 9 Uhr bis 16 Uhr im Bürgerhaus Wilhelmsburg statt.


Veranstaltung „Schülerorientierung versus Lehrplanorientierung“

Veranstaltung „Schülerorientierung versus Lehrplanorientierung“

Am 22.06. 2016 fand in der Schule Vizelinstraße eine dreistündige Veranstaltung zum Thema „Schülerorientierung versus Lehrplanorientierung“ statt. Dieses Thema war aus Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen in einer früheren gemeinsamen Veranstaltung aller vier Schulversuchsschulen erwachsen. Es spiegelt wider, dass für viele Kolleginnen und Kollegen die Orientierung an den Kindern und Jugendlichen oft nur schwer mit dem Lehrplan in Einklang zu bringen ist.

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Um den Flow dieses Themas zu erspüren, sind auch die einleitenden Gedanken von der Steuergruppe Schullabor sehr bereichernd, die im Folgenden aufgeführt werden:

„Wir möchten zur Einstimmung   ein kurzes Statement bezgl. des „versus“ im Titel der Veranstaltung abgeben. Es weist daraufhin, dass eine Orientierung des Unterrichts  für eine Klasse am vorgesehenen Lehrplan (der an sich ja  nicht verkehrt ist) nicht oder jeweils nur für einen Teil der Kinder funktionieren kann. Stichworte sind hierzu u.a.

  • die Unterschiede im Lern- und Entwicklungsstand von teilweise mehreren Jahren auch in einer Jahrgangs- oder Vorschulklasse
  • die Notwendigkeit, an Vorwissen und Interessen jeder Schülerin und jedes Schülers anzuknüpfen.
  • Hiermit zusammenhängend die subjektive Einsicht eines/einer Jeden, dass die Aneignung gerade dieses Lerngegenstandes für ihn persönlich Sinn macht. Nur so kann ein nachhaltiger Zuwachs an Kompetenzen bei jedem Einzelnen ermöglicht werden. 

Im Prinzip steht vieles so auch in den theoretischen Ausführungen der Bildungspläne. Durchkreuzt wird es dann aber wieder z.B. durch die Vorgaben für schriftliche Lernerfolgskontrollen. In diesen heißt es: „Alle schriftlichen Lernerfolgskontrollen beziehen sich auf die in den jeweiligen Rahmenplänen genannten Anforderungen …. Sie überprüfen den individuellen Lernzuwachs und den Lernstand, der entsprechend den Rahmenplanvorgaben zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht sein soll.“

Das bedeutet in der Praxis dann beispielsweise:  Die Lehrkraft erarbeitet mit allen Kindern gleichzeitig die Multiplikation – wenn auch sehr differenziert und verschiedene Zugänge und Aneignungswege ermöglichend. Sie führt dazu auch Leistungskontrollen durch, obwohl vielleicht das eine oder andere Kind den Aufbau des Zahlenraums bis 20 noch nicht wirklich begriffen hat und Addieren und Subtrahieren nur als Vor- oder Rückwärtszählen in einer Zahlenreihe bewältigt. Statt der Beschäftigung mit der Multiplikation würden vielmehr Zeit und Angebote benötigt, Beziehungen zwischen Zahlen auf ganz grundlegender Ebene zu erfassen, weil das Kind eben in diesem Bereich noch nicht den Entwicklungsstand vieler Gleichaltriger hat.

Eine Erkenntnis ist uns besonders wichtig: Insbesondere in einer inklusiven Schule ist es der Normalfall, dass eine Anzahl von Kindern die in den Bildungsplänen vorgesehenen Anforderungen nicht in den dort  vorgesehenen Zeiträumen bewältigen  werden. Diese Kinder dürfen nicht das Gefühl vermittelt bekommen, außerhalb der „Norm“ der „Regelanforderung“ zu stehen. Stattdessen muss es Schule in ihrer ganzen Konzeption klar sein, dass es eben gerade der Regel- und Normalfall ist, dass enorme Lern- und Entwicklungsunterschiede innerhalb einer Lerngruppe bestehen, so dass die Orientierung an den Regelanforderungen der Bildungspläne immer nur für einen Teil der Kinder passend sein kann.                   

Es  reicht dann eben nicht, so zu differenzieren, dass alle irgendwie und oft mehr schlecht als recht sich an einem Bildungsplanziel abarbeiten. Stattdessen muss man auch den Mut haben zu sagen, wie Remo Largo es sinngemäß mal geschrieben hat: Dies Kind ist nicht einfach schwach in irgendwelchen Kompetenzen, ich lasse es nur schwach aussehen, wenn ich es zum falschen Zeitpunkt mit den falschen Maßstäben beurteile.

Soweit unsere Ideen zu unserem Veranstaltungstitel. – Wir möchten euch alle anregen, Folgendes zu überlegen: Wo und inwieweit findet ihr diese Sichtweise zutreffend?  Wo und inwieweit könnt ihr Mut entwickeln, jedem Kind wirklich da zu begegnen, wo es steht, und jedes Kind erfolgreich sein zu lassen?

Oder wie es die Haspa–Personalchefin in ihrer Laudatio über einen diesjährigen Bildungspreisträger sagt: „Er weiß: Nicht der Vergleich mit anderen fördert die Leistung und gibt Selbstbewusstsein, sondern das eigene Wachsen.“

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Als Referentin war die ehemalige Schulleiterin der preisgekrönten Max-Brauer-Schule, Barbara Riekmann, gewonnen worden. Sie zeigte an vielen Stellen auf, dass Lehrpläne und Schülerorientierung keinen Widerspruch darstellen – und welche Möglichkeiten an vielen Stellen bestehen, um Freiräume für eine stärkere Schülerorientierung zu nutzen. Angeregt von diesem spannenden Input beschäftigten sich die Kolleginnen und Kollegen mit diesem Thema; zuerst in gemischten Gruppen, in der jeweils jede Schule vertreten war und in denen es einen Austausch über die Freiräume für Schülerorientierung an den vier Schulen gab. In einer zweiten Runde waren es dann Gruppen, die sich immer aus Pädagoginnen und Pädagogen einer Schule zusammensetzten und die die Erkenntnisse der ersten schulübergreifenden Runde in diese zweite Runde hineintrugen. Diese Gruppen arbeiteten heraus, an welcher Stelle Freiräume des Lehrplans und der Schülerorientierung schon gut genutzt werden und wo es noch Handlungsbedarf an ihrer Schule gibt.

 

 


Termine für Workshops im Herbst

Am Donnerstag, den 22.09.2016 findet in der Schule Vizelinstraße (Aula, Vizelinstraße 50, Hamburg) von 15.00 bis 17.00 Uhr eine Veranstaltung zu Übergänge gestalten (von Jahrgang 4 nach 5) statt.

Da es ganz unterschiedliche Herangehensweisen innerhalb der vier Schulversuchsschulen gibt und auch verschiedene Fortschritte diesbezüglich gemacht werden, soll dieser Workshop dazu dienen in den Erfahrungsaustausch zu gehen, aber auch um gezielte Themenbereiche zu vertiefen.

Grundsätzliche Schwerpunktbereiche, an denen alle vier Schulen arbeiten können, sind folgende:

-Transparenz schaffen gegenüber Eltern zur Konzeption der sechsjährigen Grundschule „Konzept sechsjährige Grundschule“ – Warum sechsjährig? (an den sog. Schnuppertagen und/oder spätestens zur Einschulung)

-Kooperationen/Netzwerke aufbauen mit weiterführenden Schulen – Wie kann und sollte diese Kooperationen gestaltet sein? (gegenseitige Erwartungen und Bedingungen gelingender Kooperation darlegen)

-Wann macht sechsjährige Grundschule Sinn? – Übergang von Jahrgang 4 nach 5: Wie kann dieser sinnvoll und attraktiv gestaltet werden? Ist Jahrgangsübergreifendes Lernen (JüL) eine Lösung?

-Was brauchen die SuS in Jahrgang 5 und 6 an speziellen Angeboten in den Pausen, in den Kursen und auch im Unterricht, (um für sie ein Bleiben attraktiv zu machen?)

Am Montag, den 07.11.2016 findet in der Schule Grumbrechtstraße (Haus C oben rechts, Grumbrechtstraße 63, Hamburg) von 15.00 bis 17.00 Uhr eine Veranstaltung zu den Herkunftssprachen statt.

Am Montag, den 05.12.2016 findet in der Schule Burgweide (Lehrerzimmer, Karl-Arnold-Ring 13, Hamburg) von 15.00 bis 17.o0 Uhr eine Veranstaltung zu Rückmeldesysteme individuell gestalten statt.

Zu den beiden Workshops im November und Dezember dieses Jahres erfolgen gesonderte Ankündigungen.

Zu allen drei genannten Veranstaltungen erfolgen zudem wieder gesondert Einladungen. Alle Veranstaltungen, die von 15.00 bis 17.00 Uhr festgesetzt wurden, lassen sich auf das Fortbildungskonto anrechnen.


Workshops für das erste Schulhalbjahr 2016/2017

Das SchulLabor – Inklusives Lernen möchte auf diesem Wege wieder informative workshopartige Veranstaltungen ankündigen.

Ziel unserer Veranstaltungsreihen soll es nach wie vor sein, die Weiterentwicklung der Schulen in Richtung inklusive Schule voranzubringen. Voraussetzung dafür ist und bleibt, dass die Lehr- und Lernarrangements des jeweiligen Unterrichts weiterentwickelt und möglichst allen Schülerinnen und Schülern (SuS) individuelle Lernfortschritte ermöglicht werden.

Die Schwerpunkthemen wurden auf den letzten Workshops im Schuljahr 2015/2016 ermittelt.

  • Übergänge gestalten (von Jahrgang 4 nach 5)
  •  Herkunftssprachen systematisch nutzen und Wertschätzung der Vielfalt
  •  Rückmeldesysteme individuell gestalten

Informative Veranstaltungen für das zweite Schulhalbjahr 2015/2016

Das SchulLabor – Inklusives Lernen möchte auf diesem Wege, für das kommende Schulhalbjahr vier informative Veranstaltungen ankündigen. Die Schwerpunkthemen dieser Veranstaltungsreihe wurden auf der gemeinsamen LehrerInnenkonferenz im März 2015 ermittelt:

  1. Rückmeldeformate
  2. Herkunftssprachen systematisch nutzen und Wertschätzung der Vielfalt
  3. Ausstattung, Angebote, Konzepte und Unterstützung für Kinder mit starken Beeinträchtigungen
  4. Schülerorientierung versus Lehrplanorientierung (gemeinsame Konferenz)

Ziel dieser Veranstaltungsreihe soll sein, die Weiterentwicklung der jeweiligen Schulen in Richtung inklusive Schule voranzubringen. Voraussetzung dafür ist, dass die Lehr- und Lernarrangements des jeweiligen Unterrichts weiterentwickelt und möglichst allen Schülerinnen und Schülern (SuS) individuelle Lernfortschritte ermöglicht werden.

Die ersten beiden Veranstaltungen finden bereits im Februar statt. Dabei soll es vordergründig um einen Erfahrungsaustausch innerhalb der Kolleginnen und Kollegen der vier am SchulLabor beteiligten Grundschulen gehen. Anmelden können sich jeweils etwa fünf interessierte Kolleginnen und Kollegen aus den vier Schulen. Die Anmeldung erfolgt bis zum 29.01.2016 für die Schule An der Burgweide über Sven oder Dorothee.

Um einen möglichst effektiven Austausch der Schulen zu ermöglichen, sollten die teilnehmenden KollegInnen gut wissen, was an ihrer jeweiligen Schule zu einem Themenbereich schon läuft und an Kompetenzen und Kenntnissen vorhanden ist. Deshalb werden euch zeitnah Fragebögen zugeschickt, die alle KollegInnen online ausfüllen sollen.

 

Rückmeldeformate

Am Donnerstag, den 04.02.2016 findet in der Schule an der Burgweide (Im Lehrerzimmer, Karl-Arnold-Ring 13, Hamburg) von 15.00 bis 17.30 Uhr eine Veranstaltung zu den Rückmeldeformaten statt.

 Die Lehrpersonen geben ihren SuS regelmäßige Rückmeldungen. Sie wissen alle: positive Rückmeldungen können SuS in ihren Leistungen bestätigen, sie anspornen und motivieren. Andererseits wissen sie aber auch, dass negative Rückmeldungen das Gegenteil bewirken können.

Für Lehrpersonen führt das zu einem Dilemma. Auf dem Austauschtreffen wollen wir schauen, welche alternativen, kreativen und individualisierten Formen der Rückmeldung in den vier Schulen praktiziert werden und welche Erfahrungen die Kolleginnen und Kollegen damit gemacht haben. Gerade in einem Schulversuch, der unsere Schulen auf dem Weg zur inklusiven Schule begleiten soll, braucht es angesichts der durch Inklusion zusätzlich steigenden Heterogenität in den Klassen Alternativen zum Status quo und den Mut, Neues auszuprobieren. Gemeinsam können wir uns dabei den Rücken stärken – auch dazu soll der Austausch dienen!

 

Herkunftssprachen

Am Montag, den 15.02.2016 findet in der Schule Grumbrechtstraße (Pausenhalle, Grumbrechtstraße 63, Hamburg) von 15.00 bis 17.30 Uhr eine Veranstaltung zu den Herkunftssprachen statt.

Die sprachliche und kulturelle Vielfalt der SuS an den vier am SchulLabor teilnehmenden Schulen hat ganz unterschiedliche Ausmaße. Eine Rolle spielt sie aber schon jetzt an allen vier Schulen und sicher ist, dass diese Vielfalt aufgrund des stetigen Zuzugs Geflüchteter aus vielen Ländern noch zunehmen wird.

Der bewusste Einbezug der kulturellen und sprachlichen Vielfalt in den Schul- und Unterrichtsalltag ist für SuS, die bei uns zwei- oder mehrsprachig aufwachsen und sich in mehr als einer Kultur orientieren müssen, eine Notwendigkeit, um sie in ihrer gesamten Identität zu stärken. In einem Austausch sollen praktische Umsetzungsmöglichkeiten gesammelt und festgehalten werden, wie der Einbezug der sprachlichen und kulturellen Vielfalt in den Schul-und Unterrichtsalltag ausgebaut und systematisiert werden kann.

Diese beiden Veranstaltungen I und II werden also mehr einen Work-Shop-Charakter haben und darauf abzielen, durch diesen Austausch ein, für jede der beteiligten Schulen, erweitertes Handlungsrepertoire an die Hand zu bekommen, um damit die eigene Unterrichtspraxis weiterzuentwickeln. Nach einem halben Jahr finden zwei Folgeveranstaltungen statt, wo ein Erfahrungsaustausch über die Umsetzung neuer Ideen im Unterricht erfolgen soll.

Die im Folgenden beschriebene dritte Veranstaltung findet im März statt. Anmelden können sich ebenfalls jeweils etwa fünf interessierte Kolleginnen und Kollegen aus den vier Schulen. Die Anmeldung erfolgt bis zum 03.03. 2016 für die Schule An der Burgweide wieder über Sven oder Dorothee.

 

Unterstützung für Kinder mit starken Beeinträchtigungen

Am Donnerstag, den 31.03.2016 findet in der Schule Vizelinstraße (Aula, Vizelinstraße 50, Hamburg) von 15.00 bis 17.30 Uhr eine Veranstaltung zur Unterstützung für Kinder mit starken Beeinträchtigungen statt.

„Schon seit Längerem gibt es zahlreiche Grundschulen, die einzelne Schüler mit besonderem Förderbedarf gemeinsam mit anderen unterrichten: Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen, mit gravierenden Lernproblemen, mit starken Verhaltensauffälligkeiten, mit geistigen Einschränkungen. Man nennt das Integration, sie funktioniert mit Zweitlehrern relativ gut, wenn auch meist mit reduzierten Arbeitszielen. Lernschwache fühlen sich von Stärkeren häufig angespornt; umgekehrt lernen Schnellere, Langsamere wertzuschätzen und zu unterstützen.“ (ZEIT, 8. Juli 2014, http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2014-07/schulfrage-inklusion-grundschule).

Soweit die Theorie. In der Praxis stehen Lehrerinnen und Lehrer insbesondere beim Ermöglichen des Lernens für stark beeinträchtigte SuS vor Herausforderungen: Welche ganz praktischen Unterstützungen brauchen diese Kinder? Wir wollen mit Experten aus dem Sonder- und Förderschulbereich diskutieren und uns beraten lassen.

 


Tammo Krüger und Jens Richter

Seit dem Schuljahr 2013/2014 bieten die Mediatoren und Berater für Demokratiepädagogik Tammo Krüger und Jens Richter aus Niedersachsen regelmäßige Fortbildungen für die Lehrerinnen und Lehrer der vier an den Schulversuch beteiligten Schulen an. Diese workshop-artigen Veranstaltungen finden direkt in den Schulen statt und gehören seither zum festen Fortbildungsbestand der vier Schulen.  Von den Kollegen und Kolleginnen werden sie dankend angenommen.

Diese Veranstaltungen widmen sich hauptsächlich dem Themenkomplex Soziales Lernen“, wobei es vordergründig um den „Umgang mit Grenzüberschreitungen“ geht. Dabei baut die gesamte Veranstaltungsreihe, mit den verschiedenen Inhalten, logisch aufeinander auf. Aufgrund der starken Nachfrage waren alle bisher durchgeführten Fortbildungsveranstaltungen dieser Reihe immer vollständig ausgebucht, sodass sie auch weiterhin fortgesetzt wird.

Die beiden Schulberater verfügen über eine Vielzahl an wirkungsvollen Konzepten und ein umfangreiches Handlungsrepertoire, aus dem sie spezielle Methoden zum Umgang mit Konflikten wählen. Während der Workshops werden u.a. praxisnahe Bespielsituationen aufgezeigt, an denen dargelegt wird, wie die Entstehung und rechtzeitige Vorbeugung von Konflikten gezielt bearbeitet werden kann, um Eskalationen zu vermeiden. Zudem werden Übungen initiiert, die ein förderliches Miteinander von Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern (SuS) ermöglichen soll.

Inhalte der Workshops:

  • Regeln und Regelverletzungen
  • Spiele und Spielpädagogik
  • Streitschlichtung
  • Klassenrat

Darüber hinaus entwickeln und erarbeiten sie gezielte Konfliktstrategien für entsprechende Lerngruppen und bieten auch konkrete Konfliktberatungen an, also direkt vor Ort im Klassenraum. Diese dreitägigen Sozialtrainingsprogramme zur Verbesserung des sozialen Klimas in der Klasse sind eine willkommene Maßnahme mit nachhaltiger Wirkung auf den Unterricht. Die Schule Grumbrechtstraße hat dieses Programm bereits erprobt. Das Konflikttraining bot konstruktive Lösungsmöglichkeiten an, die in zukünftigen Unterrichtsstunden in der entsprechenden Lerngruppe angewendet werden können.


Ganztagskonferenz am 25.3.2015

Am 25.3.2015 war es wieder soweit: Die rund 200 KollegInnen der vier Schulversuchsschulen trafen sich ein zweites Mal in der Aula der Schule Vizelinstraße zu einer gemeinsamen Konferenz. Immer im Blick das erklärte Ziel des Schullabors: Die Weiterentwicklung des inklusiven Unterrichts an den beteiligten Schulen.
Zum Auftakt der Veranstaltung stellte sich jede Schule mit einem Film vor. Die Bilder gaben Einblick in den Alltag, zeigten schulische Besonderheiten und bereits bestehende inklusiven Praktiken. Mit den schönen Bildern im Kopf ging es weiter in schulübergreifenden Kleingruppen. Hier kam es zu einem regen Austausch zwischen ErzieherInnen, SozialpädagogInnen, LehrerInnen und Schulleitungen über den aktuellen Stand der jeweiligen Schulen.
Interessengeleitet haben sich die Konferenzteilnehmer einzelnen Indikatoren des „Index für Inklusion“ von Tony Booth und Mel Ainscow zugeordnet und sich in verschiedenen Arbeitsphasen intensiv damit auseinandergesetzt. Im Hinblick auf das Ziel der Weiterentwicklung des inklusiven Unterrichts wurde deutlich:
• was an allen vier Schulen fehlt, um die Inklusionspraxis weiter zu entwickeln
• was an einzelnen Schulen optimiert werden soll und welche Schulen mit ihrer Erfahrung unterstützen können
Als Ergebnis der Veranstaltung entstand eine Sammlung von Themen, die alle Schulen mit Hilfe von schulübergreifenden Werkstätten und Fortbildungen vertiefen wollen.
Die Veranstaltung brachte die Kollegien enger zusammen, ermöglichte einen lockeren Austausch, brachte aber gleichzeitig wertvolle Erkenntnisse und gab die Richtung für die künftige Zusammenarbeit vor. Nach einer anschließenden Auswertung durch die Mitglieder des Schullabors ergaben sich folgende Schwerpunkte für die Weiterarbeit:
1. Rückmeldeformate
2. Herkunftssprachen
3. Unterstützung für Kinde mit starken Beeinträchtigungen
4. Lehrplanorientierung versus Schülerorientierung


Fortbildungsreihe mit Hilga Nowak

Der mehrheitliche Wunsch der KollegInnen aller 4 Schulen, sich zum Thema „Umgang mit schwierigen SuS“ fortzubilden, konnte im Rahmen einer Fortbildungsreihe im Oktober/November 2014/Januar 15 ermöglicht werden.
Für diese Fortbildungsreihe konnte Frau Hilga Nowak (Fachrichtungsseminarleiterin LSE am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung) als Referentin gewonnen werden. Die Module dieser Fortbildungsreihe wurden von jeweils 15 pädagogischen MitarbeierInnen aus den vier verschieden Kollegien einzeln oder im Block angewählt.
Frau Nowak eröffnete die Reihe am 30.10.2014 mit dem Schwerpunktthema: EusE: „Der pädagogische Blick in den Spiegel“ Interventionsmöglichkeiten durch Feedbacksysteme bei SuS mit Verhaltensauffälligkeiten. Dabei stellte Frau Nowak verschiedene Feedback-Systeme auf der Grundlage der humanistischen Psychologie vor. Anhand von Fallbeispielen wurden gemeinsam Handlungsmöglichkeiten für die eigene Unterrichtspraxis erarbeitet.
Am 27.11.2014 folgte die Veranstaltung: EusE „Das Geheimnis erfolgreicher Pädagogik ist, den anderen gut aussehen zu lassen“ Interventionsmöglichkeiten nach dem Systemischen Ansatz bei SuS mit Verhaltensauffälligkeiten. Nach Darstellung des theoretischen Kontextes mit Blick auf den Schulalltag konnten die TeilnehmerInnen wieder anhand von Fallbeispielen Handlungsmöglichkeiten und Konsequenzen für die eigene Unterrichtspraxis und den Schulalltag erarbeiten.
Die letzte Veranstaltung dieser Reihe am 15.01.2015 befasste sich mit dem Thema: EusE „Vom guten Problemlöser zum noch besseren“ Interventionsmöglichkeiten nach dem Konstruktivistischen Ansatz bei SuS mit Verhaltensauffälligkeiten. Auch in dieser Veranstaltung wurde zunächst der theoretische Kontext dargestellt um dann mit Übungen von Gesprächstechniken die Stärken und Optimierungspotentiale von SuS mit herausforderndem Verhalten herauszuarbeiten.
Rückmeldungen zu den Veranstaltungen haben gezeigt, dass der Anteil von theoretischem Input und praxisnahen Übungen und Fallbeispielen dazu beitrugen, dass Neues bewegt, bereits Gelerntes aufgefrischt und wieder in den Fokus gerückt wurde und zum weiteren Austausch im Kollegium angeregt hat. Mit dieser Veranstaltungsreihe sind die KollegInnen der vier Schulen dem Ziel der ersten gemeinsamen Ganztagsveranstaltung im Rahmen des Schullabors – einer Auseinandersetzung mit eigenen Wertevorstellungen und Haltungen einzelner im heterogenen Miteinander an Schulen – ein ganzes Stück nähergekommen.


Vortrag von Prof. Dr. Hinz

Die erste Großveranstaltung und damit der offizielle Auftakt in das SchulLabor fand am 2. April in der Schule Vizelinstraße statt. Prof. Dr. Andreas Hinz von der Universität Halle stellte in seinem Vortrag anschaulich dar, was Inklusion in unserer Gesellschaft bedeutet und welche Herausforderungen damit verbunden sind. Professor Hinz arbeitete mit am Index für Inklusion – einem Leitfaden für die Selbstüberprüfung der Schulen, die alle Menschen willkommen heißen wollen.
Nach diesem ermutigenden, aber auch konfrontierenden Vortrag wurde an den Gruppentischen schulübergreifend anhand von Leitfragen diskutiert. Es war erkennbar, dass der Vortrag berührte und den Einstieg in die Thematik „Inklusion“ mit allen Beteiligten auf humorvolle Weise ermöglichte. In erster Linie ging es hierbei um die Verringerung von täglichen Barrieren in allen Bereichen, denen nicht nur Menschen mit Handicaps ausgesetzt sind, sondern mit denen oft genug jeder von uns zu tun hat. So stellen die Treppen auf Bahnhöfen oder in Gebäuden für den Rollstuhlfahrer oft ebenso unüberwindbare Barrieren dar, wie auch manch ein Versuch mit anderen Menschen in Verbindung zu kommen. Inklusion beinhaltet den Abbau von Barrieren in der realen Umgebung genauso, wie den Abbau von Barrieren in unseren Köpfen. Dieses wurde am Ende der Veranstaltung für alle deutlich.
Damit war das Ziel der Veranstaltung erreicht, den Blick für eine inklusive Pädagogik zu schärfen und ihre ganze Breite in den Blick zu bekommen. Gleichzeitig gelang es Pof. Hinz dem Thema die Schwere zu nehmen, in dem der Prozesscharakter einer inklusive Pädagogik deutlich wurde, der nicht die Lösung aller Probleme fordert. Insgesamt war es eine sehr gelungene Auftaktveranstaltung, an der über 150 PädagogInnen, Gäste aus der Behörde für Schule und Berufsbildung, Eltern und Interessierte teilgenommen, sich ausgetauscht und einen ersten Einblick in die Idee einer inklusiven Gesellschaft gewonnen haben.
(R. Kühlke)